Clinical Omics of Urinary EVs for Biomarker Analysis in Rare Kidney Diseases
Wissenschaftliches Arbeitsprogramm:
Die autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung (ADPKD) ist die häufigste hereditäre Nierenerkrankung. Der im Laufe des Lebens zunehmende zystische Umbau beider Nieren führt nicht nur zu lokalen Symptomen, wie Schmerzen oder Blutungen, sondern hat vielmehr den Verlust der Nierenfunktion (ca. 50% Dialysepflichtigkeit im Alter von 50 Jahren) zur Folge. Seit 2015 gibt es mit der Zulassung von Tolvaptan für ADPKD-Patienten eine erste gezielte Therapie. Aufgrund relevanter Nebenwirkungen und des interindividuell heterogenen Therapieansprechens besteht allerdings weiterhin ein Bedarf für neue Therapieformen und darüber hinaus für prädiktive Biomarker, die die Identifizierung von Hochrisikogruppen ermöglichen, die von der Therapie am meisten profitieren könnten. Eine bisher wenig untersuchte Chance für die Entwicklung solcher neuartiger Biomarker bietet die Analyse extrazellulärer Vesikel (EVs) im Urin, die eine verbesserte Sensitivität und Spezifität assoziierter Marker ermöglichen sollen. Ziel des Projektes ist es, basierend auf der Analyse des Proteoms von Urin-EVs molekulare Muster zu identifizieren, die Outcomes bei der ADPKD vorhersagen können. Als klinische Datengrundlage dient das AD(H)PKD-Register, eine der größten Kohorten von ADPKD-Patienten weltweit. Ferner wird eine biologische Clusteranalyse EV-assoziierter Biomarker erfolgen, um potenziell neue, pathophysiologisch relevante Signalwege mit therapeutischem Potenzial bei der ADPKD zu identifizieren. Das Projekt stellt ein Pilotvorhaben dar, um eine Plattform zur Hochdurchsatzanalyse von EVs mittels Omics-Verfahren und die bioinformatische Integration multidimensionaler klinischer Datensätze weiter auszubauen. Dieser Ansatz wird in der Folge auf weitere Kohorten ausgeweitet, wobei ein Fokus auf seltenen glomerulären Erkrankungen liegen wird.
